
IT-Kosten entstehen heute insbesondere über hybride Infrastrukturen, Cloud- und SaaS-Dienste, KI-Lösungen, Lizenzen, Services und Projekte. Eine jährliche Betrachtung nach Kostenstellen und Budgets reicht daher nicht aus. IT-Leitungen brauchen kontinuierliche Transparenz darüber, welchen Beitrag Ausgaben zu Nutzung, Leistung, Risikoreduktion und Geschäftswert leisten.
Die Verbindung von Kosten, Nutzung, Leistung, Risiken und realisiertem Nutzen schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage. So lässt sich gezielt bestimmen, welche Ausgaben optimiert, welche Investitionen gestärkt und welche Vorhaben neu priorisiert oder beendet werden sollten – für eine wirtschaftliche und zukunftsfähige IT.
CIOs kennen häufig das Gesamtbudget, können aber kurzfristig nicht belastbar erklären, welche Services, Lizenzen, Plattformen und Projekte die wesentlichen Kostentreiber sind. Die Kosten liegen in unterschiedlichen Budgets, die Verantwortungen sind über IT, Fachbereiche, Einkauf, Finance, Tochtergesellschaften und Provider verteilt. Gleichzeitig sollen zusätzliche Mittel für Modernisierung, Cybersecurity, Resilienz, Daten und KI bereitgestellt werden.
Daraus entsteht eine schwierige Entscheidungslage: Wo wird tatsächlich zu viel ausgegeben, wo fehlen lediglich Transparenz und Zuordnung – und an welcher Stelle würden Einsparungen neue Risiken, Folgekosten oder Investitionsstaus erzeugen?
Das IT-Budget ist nach Kostenstellen, Anwendungen oder Projekten aufgeteilt, aber nicht durchgängig mit Services, Leistungsempfängern, Nutzung und Verantwortung verbunden. Mehrkosten lassen sich deshalb weder sicher als Ineffizienz noch als bewusste Mehrleistung einordnen.
Vermeidbare Konsequenz: Pauschale Einsparungen treffen wertschaffende oder kritische Leistungen, während tatsächliche Kostentreiber und nicht mehr benötigte Ausgaben bestehen bleiben.
Verbrauchsabhängige Plattformkosten, dezentrale SaaS-Beschaffung, komplexe Lizenzmodelle und automatische Vertragsverlängerungen machen Ausgaben dynamischer und schwerer prognostizierbar. Tatsächliche Nutzung, vertragliche Rechte und zukünftiger Bedarf sind häufig nicht konsolidiert.
Vermeidbare Konsequenz: ungünstige Vertragsverlängerungen, ungenutzte Abonnements, Über- oder Unterlizenzierung und unnötige Audit- und Compliance-Risiken.
Zu viele Vorhaben konkurrieren um dieselben Schlüsselressourcen. Projekte werden formal nach Budget, Termin und Status bewertet, obwohl verbleibender Nutzen, Betriebsübergang, Abhängigkeiten oder die Stilllegung alter Strukturen ungeklärt sind.
Vermeidbare Konsequenz: Knappe Ressourcen werden auf zu viele Vorhaben verteilt, kritische Projekte verzögern sich und Investitionen werden aufgrund bereits versunkener Kosten fortgeführt, obwohl ihr verbleibender Nutzen nicht mehr überzeugt.
Neue Systeme, Plattformen und Betriebsmodelle werden eingeführt, ohne dass Altsysteme, Verträge, Schnittstellen und Betriebsstrukturen verbindlich entfallen. Der Business Case enthält Einsparungen, deren organisatorische Realisierung jedoch nicht eindeutig verantwortet wird.
Vermeidbare Konsequenz: Dauerhafte Parallelkosten, zusätzliche Komplexität und steigende Run-Aufwendungen verbrauchen genau die Mittel, die für weitere Modernisierung benötigt werden.
Zusammengefasst: Kurzfristig erhöhen Budget- und Forecast-Abweichungen sowie ungeplante Nachforderungen den Druck und führen zu überstürzten Einsparmaßnahmen. Mittelfristig verfestigen sich Alt- und Parallelstrukturen, ungünstige Vertragspositionen und wirtschaftlich unwirksame Projekte. Langfristig verliert die IT an Investitions- und Modernisierungsfähigkeit. Sie wird zugleich teurer und weniger leistungsfähig – mit Auswirkungen auf Veränderungsgeschwindigkeit, Sicherheit, Resilienz und dem Vertrauen in die IT-Steuerung.
Ein steigendes IT-Budget ist nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Effizienz. Mehrkosten können aus Wachstum, notwendigen Schutzanforderungen, regulatorischen Verpflichtungen oder strategischen Investitionen entstehen. Umgekehrt ist ein eingehaltenes Budget kein Beleg dafür, dass Mittel wirtschaftlich eingesetzt oder erwartete Nutzen realisiert wurden.
IT-Kosten werden erst dann steuerbar, wenn sie einer verständlichen Leistung, ihrer tatsächlichen Nutzung, den damit verbundenen Risiken und einer klaren Verantwortung zugeordnet sind. Erst diese Verbindung ermöglicht eine belastbare Unterscheidung zwischen vermeidbaren Ausgaben, notwendigen Kosten und strategisch wertvollen Investitionen. Einsparpotenziale dürfen deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, welche Leistung, Risikoreduktion oder Zukunftsfähigkeit mit einer Ausgabe verbunden ist und welche Nebenwirkungen ihre Reduktion hätte. Dafür braucht es ein gemeinsames Modell, das Kosten, Services, Nutzung, Leistungsempfänger und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar verbindet.
Auch der Einzelpreis greift als Bewertungsmaßstab zu kurz. Total Cost of Ownership, Migration, Integration, interner Steuerungsaufwand, Providerabhängigkeit, Exit-Aufwand und Stilllegung müssen in wirtschaftliche Entscheidungen einbezogen werden. Gleiches gilt für Projekte und Portfolios: Ressourcen sollten dort eingesetzt werden, wo der höchste verbleibende Nutzen und die größte strategische Relevanz bestehen. Ein Go-live oder formaler Projektabschluss reicht nicht aus, wenn Nutzen, Betriebsübergang und Stilllegung offenbleiben.
Wir bringen IT-Kosten- und Werttransparenz mit serviceorientiertem IT-Financial-Management zusammen: Kostenarten, Datenquellen, Services, Leistungsempfänger, Nutzung und Wertbeiträge werden strukturiert erfasst. Planung, Forecast, Verrechnung, Reporting, Rollen und Entscheidungsrechte fügen wir zu einem konsistenten Steuerungsmodell zusammen. Und wir gleichen Lizenzbestand, Nutzungsrechte, Installationen und Abonnements mit tatsächlicher Nutzung und künftigem Bedarf ab. Sourcing- und Providerentscheidungen berücksichtigen neben Preisen auch Leistungsumfang, Qualität, Mengen, Steuerungsaufwand, Integration, Migration, Exit-Fähigkeit und regulatorische Anforderungen.
Bei Projekten werden Ziele, Scope, Budget, Termine, Ressourcen, Risiken und Abhängigkeiten gemeinsam mit dem verbleibenden Nutzen bewertet. Für das Portfolio werden Business-Case-Kriterien, Kapazitätsplanung, Stage-Gates, Revalidierung sowie Stop- und Reallokationsregeln verbunden.
Einmalige Bereinigungen erzeugen noch keine nachhaltige Kosteneffizienz. Rollen, Entscheidungsrechte, Datenmodelle, Forecasts, Reviews und Verantwortlichkeiten müssen so verankert werden, dass Kosten und Wert kontinuierlich steuerbar bleiben. Operative Umsetzung und Befähigung reichen deshalb von Bestandsbereinigung, Auditvorbereitung und Projektstabilisierung über PMO-, Finanz- und Risikosteuerung bis zu Coaching, Playbooks, KPI-Modellen und organisationsspezifischen Review-Routinen. Ein Tool kann diese Steuerung unterstützen, ersetzt aber weder das zugrunde liegende Modell noch klare Verantwortlichkeiten.
So wird die diffuse Forderung „Unsere IT muss wirtschaftlicher werden“ in konkrete Entscheidungsfragen übersetzt. Handlungsoptionen werden nach finanzieller Wirkung, Aufwand, Risiken und Nebenwirkungen, erwartetem Eintrittszeitpunkt sowie Verantwortung für die Realisierung bewertet. Dadurch entsteht eine begründete Entscheidungsgrundlage für Optimierung, Fortführung, Reallokation, Stabilisierung oder Stopp.
Eine bevorstehende Lizenz- oder SaaS-Verlängerung, eine Budgetrunde, ein mögliches Herstelleraudit, ein überlastetes Projektportfolio oder ein kritisches Vorhaben sind geeignete Anlässe, die Kosten-Wert-Situation gezielt einzuordnen: In einem ersten Gespräch klären wir, welcher Konflikt zuerst adressiert werden sollte, welche Informationen für eine belastbare Entscheidung fehlen und ob der größte Hebel bei Services, Lizenzen, Providern, Projekten, Portfolios oder Parallelstrukturen liegt.
Ein Gespräch ist insbesondere dann sinnvoll, wenn eine wirtschaftlich relevante Entscheidung ansteht, vermeidbare Ausgaben, notwendige Kosten und strategische Investitionen aber noch nicht sicher voneinander getrennt werden können.
Eine IT-Landschaft muss nicht vollständig vereinheitlicht sein, um steuerbar zu werden. Sie muss so weit verstanden, bewertet und organisatorisch verankert sein, dass Veränderungen kontrolliert entschieden und umgesetzt werden können.
In einem ersten fachlichen Austausch werden die konkrete Entscheidungsfrage, der betroffene Geschäftsprozess oder Service, die wichtigsten Informations- und Verantwortungslücken sowie ein sinnvoller Einstieg eingegrenzt. Als nächster Schritt kann daraus beispielsweise ein entscheidungsorientiertes Ist-Bild, eine Abhängigkeitslandkarte, eine Komplexitäts- und Risiko-Heatmap oder eine erste priorisierte Modernisierungsroadmap entstehen.

Senior Management Consultant
Jan Ole Kastens berät und begleitet Kunden bei Cassini Consulting seit über zehn Jahren in der Optimierung und Modernisierung von IT-Infrastruktur und IT-Betrieb. Seit 2022 leitet er den Geschäftsbereich Cloud & Operations Management und unterstützt Kunden, den Wertbeitrag des IT-Betriebes in ihren Unternehmen zu optimieren. Denn bis heute gilt: Wettbewerbsfähigkeit braucht eine moderne und effiziente IT-Landschaft.
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Cassini Consulting steht für moderne Beratung an der Schnittstelle von Business, IT und Transformation. Wir begleiten Organisationen dabei, Zukunft aktiv zu gestalten. Strategisch, technologisch und kulturell. Unser Anspruch: Exzellente Beratung mit Wirkung. Unabhängig, mehrfach ausgezeichnet und immer auf Augenhöhe mit unseren Kunden.







